Interview: Schulöffnung für zehnte Klassen

Seit dem 27.04. dürfen unter anderem Abiturient*innen und auch Zehntklässler*innen wieder in die Schule. Über diesen Entschluss wird spätestens nach dem Rezo-Video heiß diskutiert. Und auch wir in der MyVey-Redaktion haben spekuliert, ob die Hygiene-Maßnahmen ausreichend sind (und darüber einen Kommentar geschrieben). Aber Diskussion hin oder: Wie sieht`s wirklich aus? Wir haben Katharina und Micah aus der 10b gefragt, wie es wirklich aussieht und wie es sich anfühlt, jetzt wieder in die Schule zu gehen.

 

MyVey: Unter anderem die zehnten Klassen gehen jetzt ja wieder in die Schule. Wie fühlt es sich für euch an, eure Freunde und Klassenkameraden nach so einer langen Zeit wiederzusehen?

Katharina (10b): Es ist natürlich schön, alle wiederzusehen, aber es irgendwie auch komisch, weil man sich ja gar nicht so nahe kommen oder umarmen kann.

Micah (10b): Ich finde es ziemlich eigenartig, vor allem jetzt die Leute wiederzusehen, mit denen man gar nicht so viel Kontakt hatte. Die Atmosphäre ist irgendwie angespannt, weil nur eben so wenig da sind und man überhaupt nicht weiß, wie es jetzt weitergehen soll, beispielsweise mit der Benotung.

MyVey: Wie ist es denn in so einer Situation mit dem Mindestabstand? Halten alle die 1,5 Meter ein oder umarmen sich auch manche?

Katharina (10b): Wir versuchen natürlich den einzuhalten, die Tische stehen zum Beispiel alle auseinander, am Eingang stehen Lehrer die die Schüler voneinander trennen. Aber das ist natürlich an manchen Stellen schwierig, beispielsweise auf den Treppen.

Micah (10b): Das finde ich auch. Alle versuchen so gut wie möglich die eineinhalb Meter einzuhalten, allen ist der Ernst der Lage bewusst.

MyVey: Jetzt, wo ihr wirklich wieder in der Schule seid, könnt ihr uns natürlich berichten: Wie sieht es wirklich mit der Hygiene aus?

Katharina (10b): Ich war einmal bei den Toiletten und da gab es genügend Seife und Handtücher, ich war da also positiv überrascht. Ansonsten hat unsere Lehrerin nachdem wir mit Tablets gearbeitet haben, Desinfektionsmittel benutzt, aber zum Beispiel in den Klassenräumen gibt es keins.

Micah (10b): Ich glaube, die Schule hat sich gut vorbereitet, nach dem Unterricht wurden die Räume desinfiziert, wir halten des Mindestabstand ein und waschen die Hände – erstaunlicher Weise gibt es sogar genug Seife (lacht). Was zur Debatte stand war aber, dass es kein warmes Wasser gibt, ich hoffe aber, dass sich da etwas in den nächsten Tagen ändert.

MyVey: Und insgesamt – findet ihr es eher gut oder eher schlecht, dass die Schulen wieder öffnen? Was sind eurer Meinung nach die Vor- und Nachteile?

Katharina (10b): Also ich bin eigentlich gut mit dem Homeschooling zurechtgekommen, wobei das jetzt vielleicht nicht jedem so geht. Ich finde die Schule hat es jetzt ganz okay mit den Hygiene-Standards geregelt. Ich würde lieber Homeschooling machen aber irgendwie ist es auch schön, dass die Schule wieder offen ist.

Micah (10b): Es tut sehr gut, dass man mal wieder mit der Klasse reden kann. Ich persönlich fand Homeschooling aber eigentlich ziemlich cool, ich konnte mich auch besser konzentrieren. Insgesamt fände ich es gut, wenn es so weitergeht wie es jetzt geht, also man kommt an manchen Tagen zur Schule, an manchen nicht.

MyVey: Jetzt hat man sich vor der Corona-Krise immer gewünscht, dass schulfrei ist, während Corona hat man sich gewünscht, dass man wieder in die Schule gehen kann – was denkt man, wenn man wieder in der Schule ist?

Katharina (10b): Ich finde den Mix ganz gut; wir haben jetzt zweieinhalb Tage Schule, in denen machen wir die Hauptfächer, für die Nebenfächer bekommen wir Online-Aufgaben.

Micah (10b): (lacht) Wieder nach Hause!